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Ein eigener Blickwinkel - Das Wagnis des Lebens ins Ungewisse

Unter Menschen

Wir leben zusammen als Menschen
in geselliger Weise.
Jeder sieht den Anderen.
Wir sind in der Form
unserer Gestalt anwesend,
weil das Leben eine Gestalt will.
Das, was mich will,
meldet sich nicht bei mir.
Nichts kann ich mir wünschen.
Nun steh ich da, bin Leben.
Wen kann ich fragen, bin allein
mit mir und Anderen.
Das Leben hat eine Form,
ohne Stange zum Halten.
Nichts ist da, was mich trägt.
In meinem Inneren ist Empfinden,
als sei jemand da, der mich nimmt,
Mutter und Vater, die mich lieben.
So erkenne ich, das Leben
braucht mich, um zu leben.
Ich bin sein Empfinden.
Mann und Frau finden
für ihr Verhalten unter sich,
was zwischen Mutter und Vater.
Es gibt die gegebene Weise,
sich zu berühren und zu nehmen,
die dir brachte das Leben.
Sie gaben her, was ihnen wertvoll.
Sie riskierten ihr Leben.
Das Leben wollte es so.
So empfinde ich, Mann und Frau
spenden sich untereinander,
damit das Leben blüht durch sie.

Klaus Wansleben, 2016