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Was ist mit Großeltern und Enkeln - Eine Lebenszeit - Aufgezeichnet im Dez. 2014 --

Wir leben in einer Gemeinschaft.
Sie ist dadurch gegeben, dass es zu Kindern, immer eine Reihe Vorfahren gibt, Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, Ururgroßeltern usw. Es ist die ganze Ahnenreihe.
Jeder spielt in der Kette der Vorfahren seine Rolle. Eine Kette kennt keine Lücke. So ist jeder wichtig. Schauen wir auf dieses Geschehen, so können wir spüren, dass dieses uns hilft, wenn wir es gelten lassen und nehmen. Es bildet ein geistiges Feld, aus dem die Kraft zu leben herrührt und beinhaltet alle schöpferischen Fähigkeiten, die mir die Möglichkeit zu handeln geben und mir überhaupt ermöglichen, in einer bestimmten Weise zu leben. Es ergibt sich so was wie Liebe zu einander, wenn wir uns frei machen von richtig und falsch und einfach in diesem Bereich leben und den Mut haben, diesem Wert zu geben.
Wir können uns zwar auf unsere eigene Tüchtigkeit verlassen. Aber wenn sich Krisen melden, brauchen wir etwas mehr. Dann brauchen wir einen Rückhalt, der krisenfest macht. Für diesen Rückhalt sind z.B. Großeltern da. Wir möchten so sein. Großeltern leben von allen Lebenden am längsten. Sie haben viel meistern müssen. Sie sind durch Not und Enttäuschungen gegangen und konnten Krisen überwinden. Sie erlebten auch das Sterben von nahe stehenden Menschen.
Sie haben gemerkt, dass es nur ein Mittel gibt zu leben.
Sie lassen jeden gelten, so wie er ist und bestärken ihn durch ihr Verstehen.
So stehen sie keinem im Weg und mehr noch, sie öffnen die Tür zum Leben. Die Art, wie ein Mensch sich äußert, ist Leben. Lassen wir in der Gemeinschaft mit ihm, seine Art gelten, so lebt er. Wir geben uns so gegenseitig Leben. Der tiefe Sinn einer Familie.
Wichtig ist nur eins, wir können nicht einfach in den Tag hinein leben, da jeder durch seine Art auf die Gemeinschaft einwirkt. Vielleicht noch eins, warum dieses Zulassen. Wir sollten nicht schulmäßig urteilen, wir sollten erkennen, es geht nicht anders, weder richtig noch falsch. Wir sehen die Welt nicht nur mit unseren, sondern auch mit den Augen des Anderen. So etwas können wir Liebe nennen. Sie ist demütig. Sie kommt dann, wenn der Mensch aus dem Vielen heimkehrt in seine Leerheit. Es ist ein immerwährender Prozess. Er ist nicht mit dem Verstand erfassbar. Was gibt das Leben den Großeltern auf ? Sie überlassen die Menschen, die nach ihnen geboren, dem Leben, sind frei und so für sie da.
Sie schauen hin zu denen, die vor ihnen waren. Sie geben jedes Beiwerk auf und werden zu reinem Leben. Sie sind die Form des formlosen Lebens. In ihnen will das Lebendige so lange leben bis die Zeit eines Menschen zu Ende geht.

Mit lieben Grüßen von Hildegard und Klaus - die Großeltern Wansleben.