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Januar 2014

Klaus Wansleben

Liebe Freundinnen und Freunde

Das Leben ist unbeständig.
Es wird unentwegt durch Gegebenheiten lebendig erhalten.
Was wären wir, ohne das Licht der Sonne mit Helligkeit und Wärme!
Lebten wir, wenn es kein Wasser gäbe und keine Pflanzen!
Auch brauchen wir lebende Tiere zu unserer Ernährung.
Wir sehen es bei den Naturkatastrophen, wo Not entsteht, weil es fehlt.
Wenn der Mangel nicht beseitigt wird, sterben Menschen.

Wir leben, indem wir so etwas zur Verfügung haben wie eine Wohnung.
Sie schützt uns körperlich gegen Hitze, Kälte, Wind, Regen und Schnee.
Sie schützt uns auch gegen fremde Gewalt und das Eigentum.
Haus und Wohnung geben uns Raum zur Ruhe und Erholung.
In der freien Natur leben Menschen dort, wo das Klima es erlaubt.
Wo dieses nicht gegeben ist, sterben Menschen.

Leben entsteht da, wo Mann und Frau zusammenkommen.
Sie sind so gestaltet, dass sie Vater und Mutter werden.
Sie wenden sich dem Kind zu, pflegen, ernähren und schützen es.
Sie sorgen dafür, dass möglichst günstige Bedingungen herrschen.
Das Kind braucht wegen seiner Empfindlichkeit den Schutz der Eltern.
Wo dies nicht gegeben, sterben Kinder.

Leben verkümmert, wo keine Bewegung.
Der Körper des Kindes wächst, indem es sich bewegt und Kraft gewinnt.
Der Erwachsene verkümmert körperlich, wenn er sich nicht bewegt.
Er verliert einfach seine Kraft zu leben.

Die Anwesenheit im Leben ist körperlich. Ohne Körper gibt es kein Leben. Wie empfindlich er ist und ständig gefährdet!
Irgendein Mangel oder Überforderung macht ihn krank.
Leben ist Natur. Die natürlichen Gegebenheiten lassen leben.
Sie beinhalten auch die Kraft der Heilung, wo Krankheit und Mangel.
Der Körper der Mutter gebiert Kinder und kann sie nähren.
Wo dieses nicht geschieht, versiegt das Leben des Menschen.

Solange die Natur ungestört walten darf und die Gegebenheiten der Natur das geben, was sie braucht, gedeiht das Leben.

Wie finde ich den Weg, ganz so da zu sein : Freude an der Ausübung und Liebe zu den Lebenden!
Im kleinen Kind, was gerade sich aufrichten kann, ist zu sehen, wie das Gehen mit Freude im Kind das Gehen beginnt.
So ist der Mensch die Gestalt, die aus Freude am Leben im Leben anwesend ist. Seien wir doch wie das Kind!
Wie ist es mit den Liebenden. Sie inszenieren keine Liebe. Die Liebe inszeniert die Hochzeit der Liebe. Sie muss nicht verklingen, sie kann bleiben. Sie bleibt bei den Menschen, die in ihrer Unbeständigkeit leben.

Die Liebe zwischen Mann und Frau ist Ausdruck der Vergänglichkeit.
Das Leben stattet dieses Geschehen mit einem starken Trieb aus, um Leben weiter fließen zu lassen. Seien wir doch in dieser Kraft.

Die Unbeständigkeit, wenn der Mensch sie zulässt, ist zur gleichen Zeit die Freude an jeglichem Gewinn, welcher das Leben sichert.
Die Unbeständigkeit zeigt sich im Sterben. Der Liebende kann nur deswegen lieben, weil das Objekt seiner Liebe sterbend ist.
So kann die Hochzeit der Liebe im Leben weiter bestehen.
Die Liebesfähigkeit erlischt, wenn der Mensch den natürlichen Raum des Lebendigen verlässt und ein künstliches Leben sucht.

Er tut es z.B. wenn er den Beruf als den Bereich des Lebens wählt. Es ist lediglich ein Handwerkszeug, im Leben eine Tätigkeit auszuüben.
Wenn er die Not erfährt, die mit der Entfernung vom Lebendigen verbunden ist, so kann er heimkehren, indem er sich wieder seiner Unbeständigkeit zuwendet. Das ist kein Weg. Der Mensch ist es von Hause aus.
Er gibt sein blindes Bestreben auf, aus sich was machen zu wollen.
Wenn er sich ernst nimmt, weicht die Blindheit einer natürlichen Achtsamkeit.

Er erkennt eine Gier, immer nach andrem zu streben und nicht bei dem bleiben zu können, was ist. Die Gegenwart ist Leben!
Nur das ist Leben, was aus Liebe geschieht und aus Freude am Leben!

Gruß
KLAUS