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Sonntag, den 1.Sept. 2013

Klaus Wansleben

Glücklichsein oder im wirklichen Leben ?

Diese Frage ist sehr provozierend. Ihr sollten wir uns jedoch stellen, weil sie für uns bedeutsam ist. Es gibt eine Orientierung, die uns durch Achtsamkeit auf das Erlebte selbst gegeben wird. Es erweist sich als richtig, das Glück zu suchen. Dabei zeigt sich, dass es zweierlei Glück gibt !

Wir können zur Einsicht kommen, wenn wir innehalten und uns dem Geschehen stellen. Jeder Mensch kann nur so sein, wie er es von seiner Herkunft mitbekommen hat. Er wird geboren in einer dem Leben eigenen natürlichen Weise, reines, unberührtes Leben. Im Verlaufe seiner Entwicklung ändert sich dieses. "Glücklich ein Kind noch zu sein", heißt es in einer Opernarie (Zar und Zimmermann). Die Änderung hat mit der Liebe des Kindes zu seinen Eltern zu tun. Es verhält sich so, dass es den Eltern gerecht wird und so angenommen wird. Es bekommt Ängste, wenn es sich von den Gewohnheiten der Eltern entfernt. Es ist das Gewissen, was quält und Angst bereitet.

Das im Christlichen uns auferlegte Sündenbekenntnis wird dem Eigentlichen des Lebens nicht gerecht. Gerecht wird dem Menschen, den Zwang aus seiner Herkunft zu erkennen. Kann ein Mensch aus einer solchen Zwangslage erlöst werden oder lebt er so weiter ohne Aussicht auf eine Änderung. Er kann erlöst werden.
Erlöst wird er, wenn er so sein darf, wie er ist und ihm Verständnis entgegen gebracht wird. Dieses hat zudem eine Wirkung für dich. Du bist auch die Folge von dem, was du mitbekommen hast. Wenn du den Anderen in seiner Weise zulässt, kannst du ganz von selbst so sein, wie du bist. So kannst du auch deine Eltern und Geschwister und alle, alle erlösen.

Nun kommt häufig die Meinung auf, der Mensch brauche doch so etwas wie einen Zwang, sich des Hergangs zunächst bewusst zu werden, um dann sich um eine Änderung zu bemühen. Dem Leben ist aus seinem Grund etwas mitgegeben, was in ganz natürlicher Weise zur Vollkommenheit tendiert. Er muss sich nur aus dem so dahin fließenden Geschehen heraus begeben, in die Stille gehen und sich besinnen. Es ist auch gut, sich der Hilfe von Menschen zu bedienen, die einer solchen Entwicklung sich bereits gestellt haben.

Die treibende Kraft ist die Liebe. Sie erkennt nicht nur das eigene Leid. Sie wendet sich voll Mitleid dem Anderen zu. Sie möchte dem Anderen das Leid vermindern oder, wenn es geht, nehmen. Sie erkennt auch die Grenze, die einzuhalten ist.
So ergibt sich der Frieden mit sich und mit der Welt. Dieser Mensch wirkt aus sich selbst und in seiner Umgebung ist eine blühende Welt.
Eine solche Welt kennt keinen Druck und fremde Autorität.

Dieses zu schreiben, ist eigentlich schon zuviel. Der Schreiber hat die Grenze der Bescheidenheit überschritten. Aber wie sollte ich mich mit meinem Anliegen bemerkbar machen ? Es bedarf der Bewusstwerdung um zu erkennen, wo das wahre Glück zu finden ist!
Es gibt die Verlockung, das Glück in einer künstlichen Welt zu suchen.
Eine künstliche Welt ist z.B. die Schule, das Studium der Beruf und auch ZEN.

Was ist nicht künstlich ? Du und ich, wie wir uns sehen und beieinander stehen, ohne was dazu zu tun. Auch Mutter und Vater in ihrer natürlichen Art, wie durch sie Kinder kommen. Jeder ist über den Weg einer Familie im Leben. Wer dieses achtet, wertet sich und das Leben !

KLAUS