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Klaus Wansleben

Notizen zur Jahreshauptversammlung 24. April 2013

Zunächst die Grundfrage. Was wollen wir mit unserer Vereinigung erreichen?

Es sind Menschen, die sich zusammengeschlossen haben. Sie verfolgen das Ziel, eine För­der­ung zu erfahren. Gefördert werden soll ihr Wohlbefinden im Leben und das Grundverhalten, was wir mit Liebesfähigkeit bezeichnen. Nur dort, wo geliebt wird, ergibt sich ein Klima, in dem Leben gedeihen kann und sich entfaltet. Gemeint ist die Liebe, wo ein Mensch die eigene Lebensnot über­windet und so lebt, dass durch seine Art das Leben der Einzelnen und der Gemeinschaft gedeiht.

Wie stehen sich Mann und Frau gegenüber?
Wie schauen beide zu ihren Eltern?
Wie stehen sie als Eltern zu ihren Kindern?
Wie verhalten sich die Kinder zu den Eltern?
Wie empfindet der Einzelne das Leben und
wie der, der in Partnerschaft lebt oder verheiratet ist?
Wie verhalte ich mich bei Krankheiten, Behinderung oder im Alter?

Keiner sollte sagen, das löst sich von selbst, man müsste nur lange genug sitzen. Die Lösung über Therapeuten ist immer Stückwerk. Die Lösung liegt im Menschen selbst, wenigstens im Normalfall.

Unser Verein fördert die einzelnen Menschen.
Er braucht dafür eine Struktur, die durch seine Art förderlich ist.
Sie liegt in der Art, um mit einem Koan zu sprechen, die in der Weite liegt.
Entwicklung findet dort statt, wo der Mensch Mut findet, seine eigene Stimme zuzulassen. Der Einzelne ist also nicht durch Regelungen oder Beschlüsse zu beeinflussen, sondern ihm ist zu deuten, dass er so, wie er ist, frei ist von Richtig und Falsch.
Hier möchte ich das Koan 12 aus dem Mumonkan zitieren:
Meister Zuigan pflegte jeden Tag sich selbst zuzurufen: "Meister!" und zu antworten: "Ja!" Dann rief er erneut: "Ganz wach! Ganz wach!" Und antwortete: "Ja! Ja!" --- "Lass dich nicht von anderen täuschen, an keinem Tag, zu keiner Zeit!" ---" Nein! Nein !"

Mir sollte mal einer sagen, was ZEN sonst für einen Sinn erfüllen sollte. Dazu bedarf es nur weniger Koans, Koans der Volksweisheit und ohne Fremdheit. Was wir brauchen, ist die Sehnsucht nach Weite, die Sehnsucht nach Wertschätzung des Lebens und der Liebe.

Wir kennen hehre Worte und bedeutsame Erklärungen. Wir kennen aber auch die Empfindung, wenn der Ruf des Kuckucks erschallt und die Empfindungswelt des Menschen sich in die erlösende Stille des Inneren zurückzieht. Hat da nicht doch jemand Blech erzählt?

Klaus