Texte - Klaus Wansleben

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Januar 2013

Liebe Freundinnen und Freunde!

Das Bewusstsein klären, heißt im Nirwana sein. Wie wird es geklärt? Indem Du dich fragst, was will ich für ein Mensch sein. Ich bin der, der nichts in Anspruch nimmt und nicht wissend dasteht, völlig bedeutungslos. So klärt sich das Bewusstsein. Ist das nun ein unnatürlicher Zustand, der Unbehagen bereitet? Nein, er ist der eigentliche und von Natur gegebene. In diesem lebst Du in der rechten Weise mit allen anderen Menschen. Im Laufe des Lebens vieler Generationen hat sich dieses Bewusstsein durch Entwicklungen einfach in den Schatten des Nichtgewünschten begeben, und Du musstest Dich verstellen. Mit diesem Grundbewusstsein ist die Stille im Einklang. Das bedeutet, wenn Du in die Stille gehst, triffst Du dieses Bewusstsein ganz von selbst, so als ob es auf Dich warten würde. Solange wir nicht im Grundbewusstsein unsere Verankerung haben, sind wir wie ein Fähnchen im Wind und kommen nicht zur Ruhe. Wir suchen dann überall und kommen nicht zum Ziel, weil wir einer Illusion nachlaufen. Wir leben wie hinter einer verschlossenen Tür. Unsere verzweifelte Frage lautet, wie finde ich die Türe und wer öffnet sie mir? Wichtig ist, überhaupt zu wissen, dass ich mich in einem Zustand befinde, den es zu klären gilt. Klären heißt, Du hast das zu Suchende nicht verloren, es ist lediglich durch fremden Einfluss undeutlich geworden. Um mich verständlich zu machen, gebrauche ich ein Bild. Wenn ich mir ein Haus baue, dann bildet die Außenmauer mit dem Inneren ein Gesamtes, wo das eine ohne das andere nicht existent ist. Bezogen auf das Leben gilt das Gleiche: Lebendigkeit ist zur gleichen Zeit Geschehen. Wir missachten das Geschehen des Lebens, welches durch unsere Gestalt im Leben ist und setzen an seine Stelle ein unnatürlich, künstliches Verhalten. Wir tun so, als ob das Haus nur eine Außenmauer hätte und verleugnen das Innere. Der Mensch lebt, ohne zu wissen, mit dem, was durch unzählig viele Generationen sich in ihm manifestiert. Das Wissen, um das ich mich bemühe, brauche ich als Handwerkszeug. Im Nichtwissen bleibt - auch wenn ich es erfahre - was unbewusst bleiben möchte. Dazu ein Bild. Eine Küchenschabe trifft einen Tausendfüßler. Sie sagt ihm: "Wie wunderbar Du gehen kannst." Von nun an konnte er nicht mehr gehen. Unser stilles, ausdauerndes Sitzen bringt uns mit unserem Inneren in Verbindung. Dort ruht, wie in einer stillen Landschaft, unser ganzes Leben. Indem wir, mit Verständnis für Zusammenhänge und in liebevoller Art zu Beteiligten, zulassen, was war, löst sich das Bedrückende. Du erfährst, wie sich verschlossene Türen öffnen und erfährst nichts als Weite. Dein Körper strafft sich und verliert jeglichen Druck.
Das Leben ist durch Dich immerwährende Gegenwart. Um mit wachen Sinnen zu lieben, bist Du im Leben.

Gruß Klaus

Der Himmel ist weit
Erde unter den Füßen
Einen guten Tag