Texte - Klaus Wansleben

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August 2012

Liebe Freundinnen und Freunde!

Wie können wir in einer Welt leben, wo die Menschen untereinander keinen Frieden finden können.

Die Realität des Lebens ist immer da. Könnten wir sie nehmen, so hätten wir die Kraft, vollständig zu leben.
Das Leid ist die Differenz zwischen der Realität und unserer Vorstellung. Es ist ein Zeichen unserer Hilflosigkeit, an die Stelle der Realität eine Vorstellung zu setzen. Bleiben wir in der Realität, wie sie da ist, so gibt es keinen Hass, keine Eifersucht und keinen Neid.

Was machen wir eigentlich mit der Realität?
Wir stellen uns über sie und sagen, das ist gut und das ist schlecht, das eine möchten wir, das andere nicht. Dabei sind wir selbst vollständig Realität. Wir lehnen uns selbst damit ab.
Was ist denn Realität? Wenn wir Hunger haben, essen wir und wenn wir müde sind, gehen wir schlafen. Um die Realität wahrzunehmen und ihr nicht entfliehen zu wollen, beginnen wir, jedes Urteil zu unterlassen und nicht zwischen gut und schlecht zu unterscheiden. Die Realität ist frei von gut und schlecht. Sie ist einfach nur da. So gibt es auch keinen Heiligen und keinen Sünder.

Was ist das Regulativ dort, wo es weder schlecht noch gut gibt, weder heilig noch sündig?
Es ist die Kraft der Liebe, die lenkend den Menschen erfüllt.
Bei dem Menschen, der sich nicht mehr toten Prinzipien beugen muss, wird das liebende Herz wach. Er kann zuhören, verstehen und auf den befreienden Weg hinweisen.
Ein solcher Mensch ist ehrlich und macht keinem etwas vor.

Was aber führt zu diesem Ziel?
Es kann dadurch in die Welt kommen, indem beim Menschen die Sehnsucht geweckt wird, statt einer Gegnerschaft, die Fähigkeit zu entwickeln, mit einem verständnisvollen, liebenden Herzen in der Welt zu sein.

Wenn ein Mensch sich solch einer Entwicklung stellt, wird er in seinem inneren Gefüge manche Erschütterung erfahren. Um die Empfindung zu haben, dass er bei all dem auf dem rechten Weg sich befindet, bedarf es eines begleitenden Menschen, der dieses Ziel erreicht hat. Ein Begleiter kann nur den Weg weisen, gehen muss ihn jeder selber.

Gruß Klaus

Die Glut der Sonne
treibt uns
in den Schatten.