Weggemeinschaft Stille, Gruppenbild

November 2011

Liebe Freundinnen und Freunde unserer Initiative!

Unser "Verein Brücke der Menschlichkeit e.V." wird auf unserem Wunsch hin zum 30. Juni 2012 aufgelöst werden. Unsere Hilfstätigkeit findet nach 22 Jahren ein Ende. Wir bedanken uns dafür, dass wir über viele Jahre Geld von Ihnen bekommen haben.

Dieses Geld haben wir nach Indien überwiesen. In Indien haben damit zuverlässige Projektleiterinnen- und leiter bedürftige Personen gefördert, vornehmlich waren es Mütter mit ihren Kindern. Es galt, den Kindern Bildung zu vermitteln, damit sie ein selbstbestimmtes Leben finden konnten und auch einen Beruf, um sich zu ernähren. Die Mädchen wurden dadurch von der Zwangsheirat befreit. Wir gründeten mit den Indern Grundschulen, höhere Schulen und auch eine Berufsschule. So ist uns vieles gelungen und wir sind dankbar allen gegenüber, die uns dabei geholfen haben und uns Vertrauen schenkten für eine solche Arbeit.

Wir können diese Arbeit nicht weiter fortführen, weil uns das Alter eine Grenze setzt. Die Eigenart, mit der wir unsere Arbeit geleistet haben, bringt es mit sich, dass andere Menschen diese Arbeit nicht leisten können. Wir waren häufig in Indien bei unseren indischen Freunden und haben immer wieder die Not der Kinder und der Eltern erlebt. So waren wir immer wieder neu veranlasst, weiter um Spenden zu bitten. Sie sind so immer wieder auf uns eingegangen und haben geholfen. Es entstand eine Gemeinschaft von Menschen in Indien und hier mit dem Ziel, menschliche Not zu lindern. Wir haben uns dabei innerlich wohl gefühlt. Wer hergibt, gewinnt selbst die Energie zu leben.

In den Projekten lebt der Impuls, in dieser Weise weiterzumachen. Durch eine positive Entwicklung haben zwei der drei Projekte eine staatliche Anerkennung g efunden. Der Staat hat sich bereit erklärt, einen Teil der Kosten zu übernehmen, damit die Schulen weiter existieren können. Die Qualität der Schulen hat auch dazu geführt, dass die Eltern, soweit sie es können, sich an den Kosten beteiligen.

Offen bleibt das Projekt der Vogelfänger mit dem Namen PEARL und der Leiterin Amala. Amala leistet Arbeit für eine Menschengruppe, die um ihre Existenz kämpfen muss. Diese Menschen gehören keiner Kaste an und werden von der Bevölkerung missachtet. Hier müssen nicht Sesshafte sesshaft gemacht werden. Es muss ihnen Bildung vermittelt werden. Sie müssen schreiben und rechnen lernen und in Berufe integriert werden. So wird das Ziel verfolgt, sie am normalen Leben teilnehmen zu lassen. Darin liegt eine Aufgabe, die uns sehr am Herzen liegen sollte. Darum bitten wir Sie, Ihre Spendentätigkeit weiter fort zu setzten. Sie können es an folgende Anschrift übersenden:

Kindermissionswerk "Die Sternsinger"
Stephanstr. 35
52064 Aachen
Projekt: A 08 0317 010 / Birdcatcher Projekt Indien
Sparkasse Aachen
Konto Nr.: 299, BLZ: 390 500 00

Das Kindermissionswerk hat mit uns seit einigen Jahren dieses Projekt der Vogelfänger PEARL gefördert. Jeder Betrag, den wir ihnen überwiesen haben, wurde mit 20% erhöht, bevor es nach Indien übermittelt wurde. Das Missionswerk ist gemeinnützig. Die Spendenquittungen für die Steuer werden dann dort ausgestellt.

Schmerzhaft ist die Vereinsauflösung für die Kinder, die die Schulausbildung noch nicht abgeschlossen haben. Für sie bilden wir bei den Projektleiterinnen eine Geldanlage in der Höhe, dass sie ihre Schulzeit beenden können. Dieses bezieht sich auf den Teil der Kinder, die in wenigen Jahren die Schulzeit beenden werden. Die anderen Kinder sind nicht verloren, sie werden im Rahmen einer normalen Förderung weiter bedacht.

Das, was war, wird ihnen nicht verloren gehen.

Wir bitten alle Pateneltern, das Schulgeld für ihr Patenkind im nächsten Jahr noch zu bezahlen.

Mit der Aufgabe des Vereins Brücke der Menschlichkeit im nächsten Jahr bekommen auch die hiesigen Meditationsgruppen eine neue Grundlage. Jeder wird für sich eine Möglichkeit finden, Menschen im Leben zu fördern. Warum sollten es nicht die sein, mit denen wir direkt zu tun haben. Die Vereinsauflösung ist eine natürliche Folge unserer begrenzten Möglichkeiten. Sie hat auch einen positiven Charakter, nämlich den, dass Menschen, die seit vielen Jahren mitgemacht haben, sich nun auf sich selbst besinnen können, um mit eigener Initiative etwas zu unternehmen.

In der Vereinsarbeit haben uns viele Menschen geholfen. Ich, Hildegard Wansleben, war von Anfang an bis heute die Geschäftsführerin. Ich fand immer die Unterstützung d es Vorstandes und besonders von meinem Mann Klaus. Ihnen danke ich und allen, die auf ihre Art mitgemacht haben. Vielleicht haben Sie es mit mir empfunden. Es gibt ein geistiges Feld, was ins Leben führt und in unbewusster Weise uns allen hilft: Es ist das geistige Feld, in dem das Leben geachtet wird und wir uns einander mit Ehrfurcht begegnen.

Ich verabschiede mich mit lieben Grüßen

Ihre Hildegard Wansleben

Geschäftsführerin